Biologische Vielfalt

Biologische Vielfalt erhalten - Ausstellung und Vorträge

Eine Kooperation mit dem Eine Welt Zentrum Herne

Der massive Verlust der Biologischen Vielfalt ist für den Menschen ebenso bedrohlich wie der Klimawandel. Der jüngste Bericht des Weltbiodiversitätsrats IPBES warnt vor dem Versagen beim Schutz der Ökosysteme und vor katastrophalen Folgen für Mensch und Natur. Obwohl die biologische Vielfalt und die Leistungen der Ökosysteme wie Nahrung und sauberes Wasser für das Überleben der Menschheit essenziell sind, verschlechtert sich ihr Zustand dramatisch. Der Bericht stellt u. a. fest: Bis zu eine Million Arten sind vom Aussterben bedroht; die Hälfte der lebenden Korallen ist seit 1870 verschwunden; die weltweite Waldfläche beträgt nur noch 68 Prozent im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter.
Der Bericht ruft dazu auf, auf allen gesellschaftlichen Ebenen zu handeln und die Biologische Vielfalt zu schützen. Doch ohne einen fundamentalen Wandel unserer Wirtschaftsweise und ohne die Beseitigung der Bedingungen des Wachstumszwangs wird es nicht gehen. Menschen auf der ganzen Welt engagieren sich bereits für den Erhalt der Biologischen Vielfalt und haben bereits einiges erreicht! Auch hier in Deutschland und in Herne.
Die Ausstellung „Biologische Vielfalt erhalten“ informiert über das Engagement von Umwelt- und Naturschutz-Organisationen aus der Region für Artenvielfalt und Biodiversität und zeigt Beispiele auf, wie man sich für ihren Erhalt einsetzen kann.
Sie ist vom 6. September bis zum 20. Oktober 2021 im Foyer der vhs Herne im Kulturzentrum zu sehen und wird von den sechs folgenden Vorträgen begleitet:

Organisierte Wilderei in Kenia am Beispiel von Elefanten und Nashörnern Gefahren, Herausforderungen, Chancen

Begleitvortrag zur Ausstellung "UN-Dekade Biologische Vielfalt" - Eine Kooperation mit dem Eine Welt Zentrum

Der Handel mit Wildtieren bzw. Teilen von Wildtieren hat weltweit eine Dimension angenommen, dass er international in die Riege von Kapitalverbrechen wie Waffenschmuggel, Drogenschmuggel oder Menschenhandel aufgenommen worden ist.
Bevölkerungswachstum und eine fortschreitende Veränderung und Zerstörung von natürlichen Lebensräumen schränken die Überlebenschancen wildlebender Arten ständig weiter ein. Die Liste der vom Aussterben bedrohter Arten wird immer länger, viele Tiere verschwinden unbemerkt für immer. Die wichtige Rolle, die sie im Ökosystem leisten, wird oft erst spät, manchmal erst nach dem Verschwinden einer Art realisiert.
Das Wildern von Elefanten, Nashörner und Schuppentieren wegen der Stoßzähne, dem Nasenhorn oder den Keratinplatten geht weiter und ist nur schwer zu stoppen.

Dipl.-Biologe Werner Schröder von der NABU International Naturschutzstiftung, selbst seit mehr als 40 Jahren in Afrika unterwegs, berichtet überwiegend über die Situation in Kenia. Es bedarf internationaler Unterstützung und Kooperationen von Naturschutz, Entwicklungshilfe, Politik, Polizei mit der lokalen Bevölkerung, um das Naturerbe aller Menschen für nachfolgende Generationen zu bewahren.

Werner Schröder erläutert die Gefahren, die Herausforderungen und Lösungsansätze, um so imposante Vertreter der afrikanischen Tierwelt wie Elefant und Nashorn zu erhalten.


3221    Mittwoch, 15.09., 19.00 - 20.30 Uhr
    Entgelt: 6,- EUR
    vhs im Haus am Grünen Ring, Wilhelmstr. 37
    Werner Schröder

 

Das Prinzip Nachhaltigkeit

Vortrag

„Nachhaltigkeit“ ist in aller Munde: Nachhaltig produzierte Nahrungsmittel, nachhaltige Kleidung und bitte eine nachhaltige Energieversorgung. Aber was besagt eigentlich genau dieses Prinzip?  Seit wann wird es angewendet und warum? Im Vortrag beleuchten wir die geschichtlichen Hintergründe, politischen Entscheidungen sowie die ökologischen, rechtlichen und ethischen Aspekte des Nachhaltigkeitsprinzips.


3222    Donnerstag, 16.09., 18.00 - 20.00 Uhr
    Entgelt: 6,- EUR
    vhs im Kulturzentrum, Willi-Pohlmann-Platz 1
    Holger Bäcker

 

Biodiversität und Landwirtschaft - wie geht es gemeinsam?

Online-Vortrag

Der Rückgang der Biologischen Vielfalt stellt den Menschen weltweit vor eine seiner größten Herausforderungen.
Mitverantwortlich für den Biodiversitätsverlust ist - unter anderen Faktoren - die intensive Landwirtschaft durch ihren Flächenbedarf und
die Wirtschaftsweise.
Andererseits ist die Landwirtschaft in den Anbausystemen auch stark auf die Biologische Vielfalt angewiesen (insbesondere auf Kleinst-Lebewesen
und Insekten). Die Landwirtschaft (und damit auch unsere Ernährungssicherheit) muss also ein Teil der Lösung im
Biodiversitätsschutz sein.

Annekathrin Vogel, Agrarwissenschaftlerin und Mitarbeiterin in einer
Naturschutzorganisation, berichtet über Möglichkeiten den Konflikt von
Natur und Landwirtschaft zu lösen und lädt zu einer Diskussion ein über
die Rolle des ganz "normalen" Verbrauchers.
Dabei kommt z.B. die Frage auf, ob es noch ein Zertifikat für den
Biodiversitätsschutz geben sollte, oder ob bio immer besser ist.
3223    Freitag, 17.09., 19.00 - 20.30 Uhr
    Entgelt: 6,- EUR
    Online
    Annekathrin Vogel

Parasiten und Schmarotzer

Vortrag

So gut wie jede Tier- und Pflanzengruppe auf diesem Planeten hat auch Parasiten hervorgebracht – es sind Organismen, die auf Kosten anderer Tiere und Pflanzen leben (oft sogar: IN ihnen leben!). Auch wenn Parasiten einen schlechten Ruf haben, so zeigt gerade die Natur in ihnen ihre größte Mannigfaltigkeit: Nirgendwo sonst zeigen sich derartig merkwürdige Körperumgestaltungen, ungewöhnliche Lebensweisen und oft erstaunlich trickreiche Einfälle, um zum Wirt zu gelangen. Wie konnten sich im Laufe der Evolution derartige „Plagegeister“ herausbilden? Der Vortrag gibt einen Überblick über die Stammesgeschichte, Ökologie und aktuellen Forschungsfragen parasitärer Organismen.


3224    Donnerstag, 23.09., 18.30 - 20.30 Uhr
    Entgelt: 6,- EUR
    vhs im Kulturzentrum, Willi-Pohlmann-Platz 1
    Holger Bäcker

 

Überblick über ein Millionenheer: Die Welt der Insekten

Vortrag

Mit über 1,5 Millionen Arten stellen die Insekten die größte Tiergruppe auf unserem Planeten. Allein durch ihre schiere Artenzahl kommt es zwangsläufig zu zahlreichen Berührungspunkten mit dem Menschen, sei es als Nutztiere, Krankheitsüberträger oder Nahrungs- und Ernteschädlinge. Der Vortrag gibt einen Überblick über das Millionenheer der Insekten, zeigt ihre Bauplanvielfalt und stellt aktuelle Erkenntnisse der Stammbaumforschung und Ökologie dieser Gruppe vor.


3225    Donnerstag, 30.09., 18.30 - 20.30 Uhr
    Entgelt: 6,- EUR
    vhs im Kulturzentrum, Willi-Pohlmann-Platz 1
    Holger Bäcker

Weißstorchschutz am Beispiel Tansanias

Vortrag

Je nach Region brechen die Weißstörche bei uns Mitte August auf in ihr Winterquartier in Afrika und kehren im darauffolgenden Jahr im April wieder zurück. Ca. 450.000 Störche sind es jedes Jahr, die auf der Ost-Route ziehen, doch nicht alle überstehen die gefährliche Reise und ihren Aufenthalt in Afrika.

Das Ausmaß der Bejagung und Vergiftung von Weißstörchen in Tansania und auch von afrikanischen Vögeln ist größer als angenommen. In Zentraltansania können sich, je nach Nahrungsverfügbarkeit Gruppen von 500 bis 1.000 Weißstörche über mehrere Tage oder Wochen aufhalten. Jäger stellen ihnen auf verschiedene Weisen nach, unter anderem mit Pestiziden, die sie in Form kleiner vergifteter Fische an die Störche verfüttern. Ein Jäger kann mit dieser Methode bis zu 100 Störche am Tag erbeuten.
 
Um das Ausmaß der Vergiftungen von Weißstörchen und den lokalen Handlungsbedarf für Gegenmaßnahmen genauer zu erfassen, sowie nach geeigneten Partnern zu suchen, bereiste Werner Schröder, Sprecher der Bundesarbeitsgruppe Afrika im NABU, im Herbst Winter 2019/2020 die Region Kongwa und Mpwapwa in Zentraltansania.

Selbst bei vorsichtiger Schätzung kommt Schröder auf bis zu 20.000 Weißstörche, die allein in diesem Gebiet pro Jahr getötet werden.

Vor Ort geschieht jedoch nichts zum Schutz der Tiere. Man sei zwar gerne bereit, diesen Missstand abzustellen, allerdings müsse man dazu den Menschen auf dem Land alternative Einkommen oder alternatives tierisches Eiweiß anbieten können. Dabei geht es selbstverständlich nicht um ein alternatives Sojaschnitzel aus der Supermarktkühlung: Es sind existenzielle, indiskutable Verwerfungen, die hier behoben werden müssen. Schröder: "Die Menschen auf dem Lande haben hier max. einen Euro am Tag zur Verfügung! Schulgebühren für die Kinder aufzubringen, ist extrem schwierig. An die Anschaffung eines extra Kleidungsstücks oder eine notwendige Haushaltsanschaffung zu denken, ist praktisch ausgeschlossen."

Im Vortrag berichtet Werner Schröder von seiner Reise und von den Plänen und Projekten zum Storchenschutz, die der NABU mit internationalen und lokalen Partnern verfolgt.


3226    Mittwoch, 27.10., 19.00 - 20.30 Uhr
    Entgelt: 6,- EUR
    vhs im Kulturzentrum, Willi-Pohlmann-Platz 1
    Werner Schröder