Weiterbildungsberatung bei der vhs Herne – auch in Zeiten von Corona -Beispiele aus der Praxis (anonymisiert)-

Weiterbildungsberatung bei der vhs Herne – auch in Zeiten von Corona -Beispiele aus der Praxis (anonymisiert)-

Vielleicht fragen Sie sich: wie muss ich mir eine „Beratung zur beruflichen Entwicklung“ vorstellen? Um welche Inhalte kann es gehen, und welche Ergebnisse können am Ende einer Beratung stehen?

„Teil 1: Auf dem Weg in eine Ausbildung - Erfolgreiche Beratung per E-Mail -“

Im folgenden Fall geht es um eine Beratung, die ausschließlich per E-Mail stattfand, und in der nach und nach geklärt wurde, welche einzelnen Schritte die Ratsuchende tun konnte. Das bedeutete, dass wir mehrmals hin- und herschreiben mussten, um vorliegende Sachverhalte zu verstehen und zu klären. Trotz sprachlicher Schwierigkeiten war dies jedoch - die Ratsuchende war aus dem Ausland zugewandert – gut möglich.

Eine junge Frau aus einem Nicht-EU-Herkunftsland wandte sich per an mich, da ihre derzeitige Beschäftigung als „Au Pair-Kraft“ in diesem Sommer endet. Das bedeutet, dass dann auch ihre Aufenthaltserlaubnis abläuft. Insofern hing für die Ratsuchende persönlich viel von einem weite-ren erfolgreichen Vorgehen ab. Ihr Anliegen war es, noch in diesem Jahr in Herne eine Ausbil-dung zu beginnen. Dazu wollte sie wissen, welche Abschlüsse sie anerkennen lassen muss.

Die Ziele der jungen Frau waren es also,
1.    eine berufliche Laufbahn in Deutschland zu beginnen
2.    weiterhin in Deutschland/Herne leben zu können
3.    den eigenen Lebensunterhalt ohne staatliche Unterstützung zu bestreiten

Für mich als Weiterbildungs-Beraterin war es zu Beginn wichtig, mit der Betreffenden zu klären:
•    (Wie) kann ihr Ziel unter den gegebenen Voraussetzungen erreicht werden?
•    Gibt es ggf. alternative Wege, die ihr eine Bleibeperspektive ermöglichen?
•    Welche für die Ratsuchende wichtigen Vorgänge können im Zeitraum der vorliegenden Aufenthaltserlaubnis eingeleitet werden?

Im Folgenden sandte sie mir ihren Lebenslauf und Ihre eingescannten Schulabschlussdokumente zu, die bereits in die deutsche Sprache übersetzt vorlagen. Ich sandte ihr wiederum den Antrag auf Anerkennung ihres Schulabschlusses zu. Die junge Frau hatte vorher schon allein Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz versandt. Daraufhin hatte sie von einigen Arbeitgebern die Aufforderung erhalten, einen in Deutschland anerkannten Schulabschluss vorzulegen. Ich erklärte ihr das gesamte Verfahren der Schulabschlussanerkennung, für das sie weitere Dokumente per Post an die sogn. „zuständige Stelle“ versenden musste und überprüfte u. a. den von ihr ausgefüllten Antrag.

Nach einer Weile erhielt ich erneut eine mail der jungen Frau. Sie hatte durch ein Bestätigungsschreiben der zuständigen Stelle erfahren, dass die Anerkennung ihres ausländischen Schulabschlusses eingeleitet wurde. Dieser Vorgang dauert meist mehrere Monate.

Weiterhin hatte sie die Zusage eines lokalen Arbeitgebers für eine Tätigkeit im Bundesfreiwilligendienst* erhalten – und das in einem Bereich, der ihrem Ausbildungswunsch sehr nahe kommt!
In der Beratung hatte sich heraus gestellt, dass ihre Kenntnisse der deutschen Sprache für eine Ausbildung noch nicht ausreichen; außerdem war der Bewerbungszeitraum sehr kurz.

Als Ergebnis unserer gemeinsamen e-mail-Beratung konnten wir heraus arbeiten,
dass die junge Frau ihren Zielen einige Schritte näher gekommen ist.
Durch die Beratung hat sie erfahren,
•    wo und wie eine Schulabschlusszeugnisanerkennung vonstatten geht
•    wie und wo sie sich in Herne für einen Freiwilligendienst bewerben kann
•    wo Sie sich in Sachen Regelung ihres weiteren Aufenthalts in Deutschland erkundigen kann
•    dass sie ihre Zeit im Bundesfreiwilligendienst für die weitere Verbesserung ihre deutschen Sprachkenntnisse nutzen kann

Arbeitgeber setzen das Niveau B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen in der Regel für eine Ausbildung bzw. für eine qualifizierte Erwerbstätigkeit voraus.

Es bleibt zu hoffen, dass die junge Frau die Anerkennung ihres Schulabschlusses tatsächlich bald als schriftliches Dokument erhält.

Damit steigen ihre Chancen auf den gewünschten Ausbildungsplatz erheblich, und die Bewerbung für einen Ausbildungsplatz kann entspannter angegangen werden.

Wenn die vhs Herne wieder geöffnet hat, kann die junge Frau die Beratung zur beruflichen Entwicklung in Herne demnächst natürlich auch wieder persönlich in Anspruch nehmen.

*Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) ist ein Angebot an Frauen und Männer jedes Alters, sich außerhalb von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl zu engagieren – im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich oder im Bereich des Sports, der Integration sowie im Zivil- und Katastrophenschutz.“

Quelle: https://www.bundesfreiwilligendienst.de/der-bundesfreiwilligendienst.html

Zurück

Volkshochschule der Stadt Herne

Wilhelmstr. 37 | 44649 Herne
Tel: 02323 / 16-1643
Fax: 02323 / 16-12339255
E-Mail: vhs@herne.de

Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag
08.30 - 12.00 Uhr und 13.30 - 15.30 Uhr

Freitag
08.30 - 12.00 Uhr